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Na ja, da wäre also zum Beispiel Aconit, der blaue Eisenhut oder auch Sturmhut. Der / die Hobbygärtner/in unter euch weiss sicher schon, worauf ich hinaus will. Die sehr schön anzusehende Pflanze mit den intensivblauen Glocken wirkt bereits giftig, wenn man mit die Blüten ohne Handschuhe berührt. Es kommt lokal auf der Haut zu Taubheit, später zu Jucken und Brennen. Und das schon bei leichter Berührung. In stärkster Verdünnung werden aus den Inhaltsstoffen der Pflanzen Herzmedikamente und andere Dinge, auch für die Naturheilkunde, hergestellt. Der Verzehr der Wurzel ist absolut tödlich. Ähnlich verhält sich das mit den weiteren Bestandteilen der Salben: Belladonna, Schwarzes Bilsenkraut und anderes. Auf diese Weise bekam man das subjektive Gefühl der Verwandlung in Tiergestalten oder des Fliegens. Die Welt schien leicht und problemlos. In der heutigen Zeit gibt es wesentlich gefahrlosere Möglichkeiten sich vom Alltag zu entspannen. Ab und an ein Glässchen Rotwein oder ein Kristall- kelch mit perlendem Sekt zu besonderen Anlässen tut es genau so gut. Oder man bringt sich mit einer leichten Selbsthypnose in Trance. Das Leben ist längst nicht mehr so beschwerlich und trist wie zur damaligen Zeit, so dass man flüchten wollte. Vielleicht in Zeiten wie die heutigen, wo selbst weite Strecken problemlos mit PKW oder der Bahn zurück gelegt werden können. Licht ist auf Knopfdruck einfach da. Gemüse müssen wir nicht mühsam ernten, sondern kaufen sie bequem im Laden um die Ecke. Und selbst eisige Aussentemperaturen brauchen wir nicht zu fürchten - dank Zentralhei- zungen. Aber die Idee von den Hexensalben hat mich zu anderen Dingen inspiriert. In der Eso-Abteilung einer namhaften grossen Bücherei habe ich bereits vor längerem ein "Meditaions-Balsam" gefunden. Zu überteuerten Preisen, wie ich finde. Aber ich war neugierig. Das Balsam duftete sehr angenehm, war absolut ungiftig und liess mich wirklich träumen. Aber, liebe Hexen, Hexer und Interessierte, wie wäre es denn einmal mit eigener Herstellung? Das ist ebenso preiswert wie spannend. Als Basis nehme der geneigte Nutzer eine Mischung aus Bienenwachs Wollfett und Pflanzenöl (sehr erschwinglich aus eurer Lieblings-Apotheke). Oder ihr nutzt, wie meine Oma seinerzeit, reines Schweineschmalz. Nun erhitzt ihr dieses (NUR im Wasserbad!) mit pulverisierten Pflanzen nach eigener Wahl (z.B. Lavendel, getrocknene duftende Rosenblätter usw.), verrührt alles kräftig und lasst es erkalten. In einen schönen Tigel gefüllt kann es zur Entspannung, zum Wohlbefinden oder zur Meditation verwandt werden. Mein Tipp: anstelle der getrockneten Pflanzen könnt ihr auch naturreine ätherische Öle (aus der Apothke) zu der noch flüssigen Basis geben. Ylang-Ylang zum Beispiel (auch gemischt mit Cocos, Sandelholz, Bergamotte oder Zimt) ist Erotik pur. Damit haben sich vor allem die Damen so etwas wie ein persönliches Créme-Parfum geschaffen. Was ich euch nicht abnehmen kann und will: das Probieren und Testen der Duftkompositionen. Das haben wir mit den "Ur-Hexen" noch immer gemein, wenn wir uns nicht ausschliesslich auf fertige Produkte verlassen wollen. Und alles immer schön ins "Buch der Schatten" schreiben, damit eure kostbaren Rezepturen nicht dem Zufall überlassen bleiben. Viel Spass beim Bereiten eurer persönlichen Hexensalben wünscht euch |
