|
|



"Aber Sie sind doch solch ein netter Mann", bekam ich zu hören. "Das hätte ich wirklich nicht von Ihnen gedacht!" Es war keine schmeichelhafte Aussage, die man mir zugedachte. Die ältere Dame, die mich mit mehr als kritischen Blicken mass, war eine ältere Nachbarin von mir. Die Situation ist nun schon viele Jahre her. Ich sollte erwähnen, dass ich in einer sehr kleinen Strasse, einer Sackgasse wohne, umgeben von Gärten und Grünflächen. In solch einer Strasse passiert nun einmal nicht das Meiste. Es fiel auf, dass mich - bedingt durch meine beratene Tätigkeit als Hexer - sehr viele und sehr unterschiedliche Personen aufsuchten, während mich nun seit langem die meisten Ratsuchenden per Telefon und aus dem gesamten deutschsprachigen Bereich kontaktieren. Gerade in der Anfangszeit weckte das natürlich die Neugier meiner Nachbarn in den kleinen Einfamilienhäusern ringsum. Wurde ich darauf angesprochen, gab ich offen zur Antwort, dass ich eine männliche Hexe sei und auch beratend arbeite. Die Reaktion meines Umfeldes ist stets sehr unterschiedlich bei der Nennung der Bezeichnung "Hexer". Anfangs irritierte (später amüsierte) mich die Reaktionen, die ich dann bei den Mitmenschen spürte. Allein das Wort "Hexe" löst nicht selten Ängste aus, Ungläubigkeit, auch Panik. Einige selbsternannte Realisten reagierten einfach nur amüsiert. Damit gehe ich locker und mit der mir eigenen Ironie um. Vielleicht sollte ich genau an dieser Stelle erwähnen, dass ich über einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn (Waageaspekte) verfüge. Auf der einen Seite sehe ich es das Hexentum, den alten Weg und Glauben an das Positive, das Achten der Natur. Der Glaube daran wird also von Aussenstehenden oft nicht immer ernst genommen, belächelt, sogar geächtet. Ich weiss, dass dies in den USA und der Britischen Insel ganz anders ist. Dort geht man verständisvoller, ernsthafter, damit um. In Irland hat sich das das Hexentum sogar teilweise mit dem neuen Christentum verbündet, auch heute noch. Auf der anderen Seite sehe ich die grossen Religionen dieser Welt. Im Zeichen des christlichen Kreuzes (angeblich Symbol für Nächstenliebe und Verständnis) wurden Menschen auf bestialische Weise gefoltert, geschlachtet und ihrer Würde - selbst noch im Tod - beraubt. In Irland töten Protestanten Katholiken und umgekehrt, wenn auch teilweise mit politischem, historischen Hintergrund. Wie uns fast tägliche Nachrichten zeigen, ist der Islam keinen Deut besser. Da sprengen Fanatiker sich und unschuldige Menschen in die Luft, weil sie einen anderen Glauben haben. Die Israeliten kämpfen (trotz ihres Glaubens, der ebenfalls auf Nächstenliebe beruht) auch mit allen Waffen. Während man das Hexe mals soweit kommen, dass Menschen bereit sind, wegen ihrer Weltanschauung oder ihres Glaubens zu töten. Und die Götter schweigen. Alle. Vater Gott, auch die grosse Göttin, Buddah, Allah, Odin ... Ich denke, wenn die Gerechtigkeit nicht bei uns Menschen liegt, wo dann? Gottheiten statten uns Menschen mit besonderen Gaben aus (siehe Hildegard von Bingen, eine Abtissin aus dem ausgehenden Mittelalter, deren Kräuterrezepte und Erläuterungen über Kräuter und Heilsteine noch heute Anerkennung finden - auch bei Ärzten und Therapeuten!). Was wir Mitmenschen daraus machen, ist den Gottheiten wiederum egal. Sie lassen einfach nur zu. Übrigens ... Hexen glauben an den natürlichen Fluss des Lebens, NICHT an den Teufel. Den hat sich das Christentum dazu erdacht: Ein Gott, der soviel Gutes tut, kann nicht soviel Böses zulassen, oder? Also musste eine erdachte Figur - der Teufel - her! Viel besser sind auch andere Glaubensgemeinschaften nicht, wie sich zeigte. Nur haben die Andersgläubigen nicht so viele Mitmenschen des eigenen (!!!) Kulturkreises im Namen der Kirche auf qualvollstee (!!!) Weise umgebracht, wie das Christentum die Hexen. Und alles das im Namen von Jesus Christus und dem alles duldenden Gott Vater? So etwas KANN und DARF einfach nicht sein! Ich gedenke damit den verstorbenen Hexen, Hexern und Kindern, die im Namen der Kirche als sog. Teufelsanbeter, Heiler und "Glaubensabtrünnige" fälschlicher Weise hingeschlachtet wurden! Die einen sprechen von "gerade mal" 50.000 Menschen (was schlimm genug wäre, Geschichtsforscher schreiben allein im Bereich des deutschsprachigen Raummes von mehr als einer Million (!!!) Menschen, die bestialisch von Christen abgeschlachtet und gefoltert wurden. Noch Fragen? Gerade das Christentum sollte EXTREM sensibel und kleinlaut (!!!) mit Andersgläubigen umgehen. Die Gläubigen der Attentate in letzter Zeit "im Namen Allahs" ebenso. Tatsache ist dabei, das im Zeichen Budhas bisher KEINE Menschen getöten wurden, keine Sprengstoffanschäge - gar nichts! Natürlich ist jede noch so berechtigte Kritik gleich "Gotteslästerung" für das Chistentum und den Islam und andere - weil die nachvollziehbaren Argumente einfach fehlen!!! DESHALB und NUR aus diesem Grund !!! Für mich sind die Bibel, der Koran und alle anderen Schriften, die ich nicht hier erwähnt habe, esoterische Werke unter ganz vielen. Nicht mehr! Zugegeben, mit höchsten Auflagen. Aber das ändert gar nichts an dem Glaubensmodell an sich. Und der Tatsache, dass Menschen diese Denkmodelle für sich missbrauchen. Diese Glaubensgemeinschaften arbeiten meist nur nach dem Prinzip: ".. wenn DU nicht ... DANN ..." Dogmen, Moralismus - mehr nicht. Da töten Menschen eigene (!) Familienmitglieder, um die "Ehre" wiederherzustellen! Z.B. weil eine Muslimin einen Christen liebt. Auf welcher Welt sind wir hier? Ich empfehle dazu, das Lied "Kirche" von den "Böhsen Onkels" anzuhören, was nicht nur das Christentum betrifft. Guter Text! Es ist trotz der sehr deutlichen Worte nachdenkenswert! Im asiatischen Bereich wurden die Heiler, traditionelle Hexen und Schamanen stets sehr geachtet. Der asiatische Glaube ist immer noch der gleiche, wie vor tausenden Jahren. In unserem europäischen Bereich hat man einen Grossteil des alten Wissens mit den Hexen verbrannt. Erfreulicher Weise NICHT alle! Auffällig ist bei allem, dass bes. die katholische Kirche Drachen, Darstellungen von Drachen und Drachensymbole in jeder Form als "böse" und Teufelszeichen ablehnt ... fürchtet. Der Drache stand und steht als Symbol des alten Glaubens an Magie und die Naturreligionen. Dazu kommen in Sagen und Märchen (die jeweils den Glauben und die Ansichten damaliger Zeiten widerspiegeln) immer ganz gern Jungfrauen, die vom (natürlich immer bösen und blutrünstigen) Drachen verschlungen werden wollen. Die Jungfrau steht natürlich symbolisch für das damals noch neue, junge Christentum, was sich ja mit aller Gewalt als alleinige Religion durchsetzen wollte. Man fürchtete dabei stets den "Rückfall" in die alte Relegion in unseren Breiten (Drache). Im asatischen Glauben bedeutet der Drache (Erde) wie vor tausenden von Jahren Glück und Erfolg. Es ist allerdings auch immer noch der selbe Glaube, wie vor tausenden von Jahren. Es wurden auch im asiatsichen Bereich keine Menschen, die sich auf Heilkünste verstanden, getötet. Sondern hoch geachtet. Und so konnte sich die asiatische Heilkunst - bis in die heutige Zeit - weiter perfektionieren. Deshalb haben instinktiv auch Menschen unseres Kulturkreises mehr Vertrauen in die asiatischen Heilkünste und sanften Glaubensmodelle, als in unsere eigenen Heiler. In unserer Gesellschaft wird nur als Heiler/in zugelassen, der ein vom Staat abgesegnetes Zertifikat oder Studium vorlegen kann (Arzt, Heilpraktiker usw.). Eine Heilerin z.B. würde für die Ausübung ihrer Tätigkeit sogar bestraft, wenn der Erfolg nachweisbar wäre. Bedeutet das nun, dass ein Heilpraktiker oder Arzt mit entsprechender "offizieller Genehmigung zum Heilen" stets bessere Ergebnisse vorweisen kann und sich niemals irrt? PS. ich selbst heile nur in meiner Familie und Freunde - nur, damit das nichtfalsch verstanden wird. Was dieser Welt absolut fehlt ist Toleranz. Eigentlich schon immer, wenn man die Geschichte zurück verfolgt. Ich bin mir fast sicher (nein, diesmal habe ich auch kein Orakel dazu befragt), das irgendwann ein Umdenken erfolgen wird. Erfolgen muss. Es kann nicht auf Dauer angehen, dass Länder (unabhängig von jeder Religion) in Armut mit dem Hungertod ringen, während andere Staaten nur dem Profit-Denken erliegen, sich Christen oder Moslems nennen - und eigentlich gegen ihren eigenen Glauben handeln. Das Konzept "Höher-Schneller-Weiter" ist in meinen Augen ebenso ein Auslaufmodell, wie es der Kommunismus war (da wir Menschen nun einmal sehr individuell sind und keine kollektiven Ameisen). Es wird seine natürlichen Grenzen finden. Zu dem Thema fällt mir noch etwas Nachdenkenswertes ein: Ich habe auch schön gearbeitete Amulette im Angebot meines magischen Lädchens. Nicht selten wird mir die Frage beim Kauf gestellt: funktioniert das mit dem Amulett auch wirklich ??? Wenn man daran glaubt, natürlich immer! Das christliche Kreuz ist auch ein Amulett, auch Marienanhänger usw. Man stelle sich vor, eine Kundin betritt ein Juweliergeschäft sucht sich ein schön gearbeitetes Kreuz aus und sagt dem überraschten Verkäufer "Ich nehme es aber nur, wenn es auch wirklich funktioniert!" Garantie mitgekauft? Wir sollten darüber nachdenken. Liebe Grüsse, Ihr |
zurück |

zurück |
Hexen und die Weltreligionen |