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Buchtipps zu Kräutern
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Die Hexe und ihre Behausung existierten jedoch außer im Reich der Phantasie nie in dieser Form - in Wirklichkeit lebte sie nämlich Seite an Seite
mit den Bauern im Dorf. Sie wagte aber nicht, wie die alten Mönche und Kräuterheilkundigen einen Garten anzulegen, in dem sie ihre Kräuter
planmäßig hätte anbauen können, vielmehr sammelte sie die Pflanzen, die sie verwenden wollte, entweder an den Stellen, wo sie wild wuchsen, -
oder sie baute sie heimlich an verborgenen Plätzen an. Diese zerstreut liegenden Anbaugebiete der Hexe erinnern an die Aufteilung alter Gehöfte,
die sich häufig auf die gleiche Weise aus weit auseinander liegenden Feldern, Wiesen und Torfstechgebieten zusammensetzten. So betrachtet,
kann man wohl beruhigt von einem Hexengarten sprechen, obwohl er eigentlich auf ein Dutzend oder mehr Stellen in der näheren Umgebung
verstreut war. Einige berauschende Pflanzen (allen voran Alraune, Belladonna, Stechapfel, Bilsenkraut, Madruna, Goldregen oder blauer Fingerhut =
Digitalis) wurden vor allem auch in den Flugsalben verwendet, mit denen sich die klassischen Hexen einrieben, bevor sie sich auf die (spirituelle)
Reise zum Sabbat begaben. Nun wäre es ausgesprochen schade, die klassischen Kräuter aus dem Hexengarten allein auf berauschende Pflanzen
reduzieren zu wollen.

Der Wissenschatz über Kräuter und deren Heilweisen ist über mehrere Jahrtausende gewachsen. Die Palette an Kenntnissen hat sich durch
Veränderungen in den Kulturen immer wieder verschoben. Die gezielte Unterdrückung und Verfolgung von "Kräuterhexen", der kräuterwissenden
Frauen außerhalb der Klostermauern, hat eine alte Tradition zerstört und Teile des Wissens verschüttet. Doch viele Pflanzen, die lange Zeit in
Vergessenheit geraten waren, werden heute wieder beachtet und geschätzt. Die Kräuter im eigenen Garten anpflanzen und zur Stärkung der
Gesundheit sowie zur Krankheitsabwehr einsetzen ist ein weites Feld.
Wer von uns erinnert sich nicht an die Mischung aus Staunen und Entsetzen,
die er als Kind empfand, als er zum ersten Mal in seinem Leben ein Märchen
der Gebrüder Grimm oder von H. C. Andersen hörte, das von einer Hexe
erzählte, die in einer abgelegenen, finsteren Hütte lebte, inmitten eines
geheimnisvollen und verwilderten Gartens, wo Gift- und Zauberpflanzen mit
alten, knorrigen Bäumen um die Wette wucherten.
Der Hexengarten
Die Hexe vergangener Zeiten sammelte ihre Kräuter nicht nur deshalb im Schutze der Dunkelheit, weil sie nicht gesehen werden wollte, sondern
auch, weil sie wie ihre Zeitgenossen glaubte, daß es für jede Heil- und Zauberpflanze einen für die Ernte günstigsten Zeitpunkt gab, an dem die
Wirkung der Pflanze am stärksten war und sie durch Ausgraben oder Abschneiden am wenigsten von dieser Stärke verlor. Alle, bzw. fast alle der
Hexenkräuter mussten nachts gesammelt werden, einige davon bei abnehmendem Mond, oder bei Mondfinsternis, andere wiederum bei zunehmendem
Mond, die sagenumwobene Mondraute, "Botrychium lunaria", gar bei Vollmond. Da der Einfluss des Mondes auf eine Anzahl biologischer Vorgänge in
neuerer Zeit bewiesen worden ist, besteht aller Grund zu glauben, dass die Hexe genau wusste, was sie tat. Wir Menschen sind des Mondes
Nahrung, sagte einmal ein chinesischer Weiser, und sicher trifft auf die Pflanzen dasselbe zu.

Meine Mutter hat mir öfter davon erzählt, dass sie als kleines Mädchen mit ihrer Grossmutter, also meiner Uroma, in den Hiesfelder Wald (liegt
hier im NRW) gegangen ist, um bestimmte Kräuter an bestimmten Stellen zu sammeln. Nun sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass meine
Urgrossmutter nicht in einem kleinen Knusperhäuschen Mitten im Wald gewohnt hat, sondern in einem ganz normalen Wohnhaus. Bis zum "nahen"
Waldrand war es mindestens 30 Minuten Fussweg.

Nun zurück in die heutige Zeit, liebe Hexen, Hexer und Interessierte. Immer mehr Hexen ziehen ihre eigenen Kräuter. Egal, ob nun auf einer
Kräuterfarm, in einem kleinen Garten im Hinterhof oder in ein paar Blumentöpfen am Küchenfenster, immer werden gute Ergebnisse erzielt, wenn
die Kräuter in Harmonie mit Mutter Natur gepflanzt werden. Ich möchte euch, liebe Leserinnen und Leser, für Kräuter begeistern. Auch (bisher)
Nicht-Kräuterkundige haben ein vielfältige Möglichkeiten zur Information über Heil- und Gewürzkräuter. Das muss nicht durch seltsam
eingeschworene Geheimbünde oder ähnliches passieren. Jede gute Buchhandlung bietet eine Vielzahl von anschaulich bebilderter Literatur über
Kräuter an. Auch mit Rezeptvorschlägen für selbstgemachte Kräuteröle und dekoratives Kräuter-Essig. Eine schöne Glaskaraffe mit selbst
angesetztem Kräuteressig (natürlich die dekorativen Kräuter darin belassen) ist stets eine schöne Geschenkidee. Die / der Interessierte wird über
die antibakteriellen Eigenschaften von Salbei lesen (ideal zum Räuchern, und gegen Halsschmerzen zum Gurgeln usw.), welche Möglichkeiten
unscheinbarer Dill ansonsten noch bietet und vieles Interessantes mehr. Nachstehend findet der geneigte Leser ein Beispiel für die
Zusammenstellung eines Kräuterkissens oder Kräutersäckchens. Ebenfalls ist das eine schöne und persönliche Geschenkidee. In meiner Verwand- und
Bekanntschaft reissen sich viele darum.
Bilsenkraut
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