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Seit mehr als zwei Stunden ist das rhythmische Schlagen der Trommeln zu vernehmen. Dumpf, hypnotisch. Etwa dreissig dunkelhäutige
Menschen in festlicher Kleidung wiegen sich voll in Trance zum Klang der Drums um ein grosses, loderndes Feuer in der Mitte des
Geschehens. Die Tanzenden sind geschmückt mit bunten Halsbändern - und überall sind Federn zur Zierde und Ritus.

Die Trommeln werden unermüdlich weiter geschlagen, der Rhythmus wird schneller und schneller, steigert sich. Der oberste Schamane
tritt langsam in die Mitte, spricht mit tiefer Stimme eine Formel.

Augenblicklich stoppt der nun schon rasende Trommelschlag und die Tänzer verharren inmitten ihrer Bewegungen, fast wie erstarrt. Es
folgt ein blutiges, rituelles Tieropfer, ein Hahn.

Voodoo, Magie und Religion auf Haiti und dem Schwarzen Kontinent. Solche oder ähnliche Szenen kennen wir aus Kinofilmen, dem TV
und aus Büchern. Leider wird "Voodoo" dabei nur sehr einseitig dargestellt. Vor allem, weil sich solche Szenarien (wie die vorab
geschilderte) hervorragend in Filmen und Büchern vermarkten lassen. Das es beim Voodoo meist um Heilung und Glück geht, wird leider
nicht gleichwertig präsentiert. Nun ja, sicher ist es dann nicht so publikumswirksam.

Viele Mitmenschen denken allein bei dem Wort "Voodoo" sogleich an die berühmten Voodoo-Puppen. Allein der Gedanke daran, was man
durch die Magie mit Puppen mit anderen Menschen anstellen kann, lässt schaudern.

Natürlich gibt es Puppenmagie auch in unseren Gegenden seit zahllosen Jahrhunderten. Sie werden aus Stoff genäht, aus Lehm geformt,
aus Holz geschnitzt, aus Stroh gebunden oder in Salzteig gebacken.

Liebe Hexen, Hexer und Interessierte, ich möchte euch gern den friedvollen Umgang mit Puppen in der Magie nahe bringen.
Momentan sind mystische Serien im TV wieder mal voll im Trend. Da werden untreue Ehemänner oder bösartige Vorgesetzte mittels der
Puppenmagie durch Nadeln gequält, durch Stürze (der Puppen) geschunden phantasievolle viele "Nettigkeiten" mehr. Das muss nun
wirklich nicht sein, wie ich euch an einigen Beispielen zeigen möchte.

Bei Magie und den Hexenkünsten arbeiten wir mit symbolhaften Entsprechungen (zu denen neben den Ritualgegenständen und anderes
natürlich auch Magiepuppen gehören). Unser magisch arbeitendes Unterbewusstsein setzt die Wünsche in die reale Welt um.
Zahllose positive Beispiele für die Magie mit Puppen gibt es im Bereich der Liebesmagie.

Wie ich bereits mehrfach berichtete, sehe ich mich und mein langjähriges Arbeiten am ehesten in der "grauen" Magie (die ich für mich
persönlich ohnehin "farblich" nicht bewerte), da ich (biblisch gesehen) nicht bereit bin, auch noch die andere Wange hin zu halten. Das
ist unnötig und führt zu nichts. Aber es gehört in die ganz dunklen Bereiche der Magie, jemanden mit der Puppenmagie in Liebe an sich
binden zu wollen, die/der einen vielleicht nicht einmal besonders mag. Schon gar nicht, wenn die Person selbst bereits gebunden ist! Es
wird stets gern überhört, dass keine Form der Magie die aufrichtige Liebe des Herzens bringen kann, wenn der ersehnte Partner nicht
wenigstens eine gewisse Grundliebe und starke Sympathien entwickelt hat.

Mit Unterstützung von magischen Hilfsmitteln ist es möglich, einem zu schüchternen Gegenüber die Augen zu öffnen oder den geliebten
Menschen zurück zu bringen. Falls sich diese Person jedoch innerlich getrennt hat (oder neue Erkenntnisse über sein Leben gewonnen
hat),ist jede Form von Liebesmagie nur von kurzer Dauer. Beispiele zu Liebesritualen mit Puppen findet ihr von mir an anderer Stelle.
Aber hier sind einige Beispiele für den lichtvollen, friedvollen Umgang mit der Puppenmagie.

Besorgt euch also zunächst einmal eine Puppe, für die Liebesmagie zwei Puppen. Ihr könnt sie nach eigener Vorstellung nähen, aus
selbsthärtender Knetmasse formen oder aus Salzteig backen. Wichtig dabei ist, dass ihr eine sehr konkrete Vorstellung davon habt,
WEN die Puppe darstellen soll. Der Vorteil selbst gearbeiteter Puppen besteht darin, dass persönliche Dinge (Haare usw.) von der zu
behexenden Person mit eingearbeitet werden können.

Natürlich gibt es auch fertig genähte Puppen in Hexenläden zu kaufen. Für gekaufte wie selbst hergestellte Puppen gilt, dass die/der
Ausführende die Person darin wiedererkennen muss. Man kann das Foto der zu bezaubernden Person auf die Puppen kleben, ebenso wie
Teile von Kleidungsstücken daran befestigen, auch Haarsträhnen, Stücke Papier mit dem Schriftbild und vieles mehr.

Eine sehr schöne Sache ist es, jemandem durch ein Ritual zu verzeihen, in Liebe loslassen. Es kann sich dabei natürlich auch um Personen
handeln, die ihr nicht (mehr) sprechen könnt - oder wollt. Sucht euch dazu eine schöne Kiste oder einen Karton aus, die ihr nach
Belieben schmücken könnt. Macht es nicht halbherzig, sondern meditiert bei eurem Tun genau über den Grund des Rituals. Zelebiert
dies ganz nach eigener Vorstellung. Stellt euch nun sehr lebhaft den positiven Effekt für euch selbst vor. Um die Wirkung des Rituals
zu unterstreichen, zündet ihr dazu eine Kerze an, die ihr am besten ganz herunterbrennen lasst. Günstig wäre dabei z.B. ein Teelicht.
Ihr richtet nun eure Puppe her, die vertretungsweise für den nicht räumlich anwesenden Menschen steht.

Ihr schildert der "Vertretung" euer Anliegen und eueren Standpunkt. Alsdann bettet ihr die Puppe in den Karton. Natürlich könnt ihr
auch persönliche Dinge von euch mit in die Kiste tun, auch Rosenblätter oder ein anderes kleines Geschenk. Packt in jedem Fall die
Reste der Kerze mit dazu. Die Kiste wird mit einem roten Seidenband gut verschossen und nicht mehr geöffnet. Am Tage des nächsten
Vollmondes vergrabt ihr euer Päckchen unter einem Baum, der Früchte trägt. Die Jahreszeit spielt dabei allerdings keine sehr grosse
Rolle. Nachdem ihr die Kiste mit allen guten Wünschen der Mutter Erde übergeben habt, lasst ihr die Kiste mit der Puppe und den
anderen Dingen in Frieden ruhen. IHR dürft sie allerdings nie mehr ausgraben. Schon kurze Zeit nach dem Ritual werdet ihr den
Frieden in euch und um euch herum spüren.

Euer Hexer
Die Macht der Puppen
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Dieser Artikel von Maran
wurde bereits in der Hexen-
zeitung
ESBAT im Jahre 2005
veröffentlicht.

Copyright: HEXER MARAN