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An den Ständen auf dem "Hexenmarkt" im Zentrum hängen Amulette, getrocknete Lama-Embryos, getrocknete Frösche, Hühner- krallen, Tinkturen und Knöchlein. Die meisten Bolivianer sind katholisch, aber viele von ihnen wollen Gesundheit, Liebe und Lebensglück ein wenig nachhelfen mit den vermeintlichen Glücksbringern der "Brujas". Das knüpft an alten Indioglauben an. Die "Hexen" an den Ständen sind aber weniger alte Weiblein als vielmehr geschäftstüchtige Señoras mittleren Alters. Über allem thront der Berg Illimani, 6460 Meter hoch und immer in Schnee gehüllt. Touristen kommen in Boliviens Berge zum Wan- dern, Bergsteigen, Skifahren und für der "Ritt" auf dem Mountainbike. Noch beliebter als die Radtour vom Chacaltaya ist die von La Cumbre, 4700 Meter hoch. Es geht durch zerklüftete Bergwelt, Tropenwald und vorbei an Wasserfällen bis in das 3000 Meter tiefere Coroico. Das Tagesabenteuer mit Hotelabholung in La Paz, Verpflegung, Rad und Ausrüstung kostet 35 bis 50 Euro. In 5345 Meter Höhe liegt - so wird hier geworben - "die höchste angelegte Skipiste der Welt." Gut zwei Autostunden von La Paz entfernt liegt Tiwanaku. In der von Andengipfeln umsäumten Kultstätte im Hochland werden die Bolivianer an Blütezeit und Baukunst ihrer Vorfahren erinnert. Zu den Resten einer 2000 bis 3000 Jahre alten Kultur, die lange vor der Inkazeit entstanden war, zählen in brauner Einöde Tempelmauern, Monolithe und Steintore. Tiwanaku ist Weltkulturerbe und eine der wichtigsten präkolumbischen Kulturstätten Südamerikas. |
Wer auf dem internationalen Flughafen von La Paz, El Alto, das "Dach Südamerikas" betritt, ist fast 4100 Meter hoch. Das historische Stadtzentrum mit Plaza San Francisco, Basilika, Museen, "Mercado de las Brujas", wie der Hexenmarkt heißt, sowie Gästehäusern und Gaststätten liegt 3800 Meter über dem Meeresspiegel. "La Ciudad de Nuestra Señora de la Paz" (Die Stadt unserer Frau des Friedens) wurde in einem großen Talkessel angelegt. Die Reicheren leben im untersten, etwas wärmeren Teil in 3400 bis 3500 Meter Höhe, wo sich Villen, Banken, feine Hotels und Boutiquen befinden. |
Quelle: |
www.spiegel.de |
Der Hexenmarkt in Bolivien |